Vom Routinealarm zum Großeinsatz: 130 Retter üben am „Haus am Steinberg“

/ April 25, 2026/ Allgemeine Berichte, Feuerwehr Asendorf, Feuerwehr Brackel, Feuerwehr Dierkshausen, Feuerwehr Hanstedt, Feuerwehr Marxen, Feuerwehr Nindorf, Feuerwehr Ollsen, Feuerwehr Quarrendorf

 

(jwü) HANSTEDT. Es begann mit dem vertrauten Piepen der Brandmeldeanlage (BMA) und endete in einem massiven Aufgebot an Rettungskräften. Am Samstagmittag wurde das DRK-Zentrum in Hanstedt zum Schauplatz einer der größten Einsatzübungen der letzten Zeit in der Samtgemeinde Hanstedt.

Um Punkt 14:00 Uhr schrillten die ersten Melder. Der Einsatzauftrag für die Feuerwehren Hanstedt, Quarrendorf und Ollsen lautete zunächst: „Ausgelöste Brandmeldeanlage im DRK-Zentrum“. Was oft ein Fehlalarm ist, entpuppte sich bei der ersten Erkundung vor Ort als dramatisches Szenario. Da im ersten Obergeschoss des Seniorenzentrums tatsächlich ein Brand mit starker Rauchentwicklung festgestellt wurde, reagierte die Einsatzleitung sofort.

Einsatzleiter Oliver Lüttker, stellvertretender Gemeindebrandmeister, zögerte nicht und erhöhte die Alarmstufe massiv auf F3 Y (Feuer, Menschenleben in Gefahr). Sofort wurden weitere Kräfte aus Brackel, Niendorf, Marxen, Dierkshausen, Asendorf und Jesteburg sowie die Drehleiter aus Buchholz angefordert. Insgesamt eilten rund 130 Einsatzkräfte zum „Haus am Steinberg“.

Die Lage im Gebäude war kritisch 16 Personen dargestellt durch Mimen und Statisten galten als vermisst. Von zwei Seiten drangen Trupps unter schwerem Atemschutz in den verrauchten Bereich vor. Mit zwei C-Rohren wurde das Feuer im 1. OG bekämpft. Die Rettung der Bewohner und Mitarbeiter erfolgte koordiniert – teilweise über die Treppenräume, teilweise über die im Außenbereich in Stellung gebrachten Drehleiter.

Für den Rettungsdienst bedeutete die Übung eine Belastungsprobe nach dem Konzept MANV 15 (Massenanfall von Verletzten). Die Sanitäter mussten die 16 Geretteten sichten, ihre Verletzungsschwere beurteilen und eine strukturierte Erstversorgung sicherstellen.

Ein technisches Highlight der Übung war der erstmalige Aufbau der Hygiene-Komponente Stufe 2. Um die Einsatzkräfte vor krebserregenden Brandrückständen an der Kleidung zu reinigen. Dieser neue Standard in der Einsatzstellenhygiene wurde unter den Augen der Beobachter erfolgreich getestet.

Besonders positiv bewerteten die Verantwortlichen das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure. Die Kooperation zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei verlief reibungslos. Solche Übungen in komplexen Objekten wie dem generationenübergreifenden Seniorenzentrum sind unerlässlich, um im Ernstfall, der oft eben mit einer einfachen Brandmeldeanlage beginnt, schnell und effektiv Leben zu retten.